vhs Rottenburg an der Laaber e.V.

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Reiseberichte

Gruppenreise "Toskana" September 2014

Schroffe Felsen, Zypressen, Zikaden, roter Mohn und kulinarische Köstlichkeiten: so stellt man sich die Toskana vor. Doch dieses romantische Stück Mittelitalien am Rande des rauen Apennin bietet wesentlich mehr: Geschichte und Städte voller Kunst, Menschen, die voller Herzlichkeit sind. Und man findet zugleich das typisch italienische Flair, angefangen von Straßencafés bis hin zu Einkaufsmetropolen mit italienischem Chic!

So führten dieses Jahr zwei Reisen der Volkshochschule Rottenburg unter Begleitung durch Angelika Haindl in die Toskana, genauer gesagt in das verträumte Städtchen San Giovanni Valdarno, die Heimatstadt des großen Renaissancemalers Masaccio.
Schon bei der Busfahrt zeigt sich ab Florenz die typisch toskanische Hügellandschaft, alte Villen und Gutshöfe in typisch toskanischer Bauweise sind immer wieder zu erblicken und bei der Ankunft in San Giovanni glaubt man sich zurückversetzt in die alten Filme von Don Camillo und Peppone, welche unter anderem in Brescello in der Emilio Romagna gedreht wurden. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in San Giovanni: enge Gassen, in denen zwischen den Häusern Wäscheleinen gespannt sind, kleine Straßencafés, eine weitläufige Piazza, auf der sich morgens bereits die Italiener zum Klatsch einfinden.



Bereits am nächsten Morgen geht es mit Peter Knobloch, dem Reiseführer vor Ort, nach La Penna, einem kleinen Dorf in den Hügeln der Toskana. Die Wanderung führt durch Olivenhaine und Weinberge, vorbei am Dorf Gropina. Hier befindet sich eine der ältesten Kirchen der Toskana, Pieve di San Pietro Gropina, vermutlich entstanden im Jahre 1191. Nach der Besichtigung dieses schlichten Bauwerks führt die Wanderung hinunter ins malerische Bergdorf Loro Ciuffenna, wo an diesem Tage gerade eine Oldtimerparade stattfindet, welche die Reisegruppe begeistert.



Von Loro Ciuffenna bringt der Reisebus die Besucher aus Niederbayern weiter nach Le Balze, einer kargen zerfurchten Hügellandschaft. Die Felsabbrüche sind Ergebnis einer jahrtausendalten Erosion. Die Wanderung durch dieses beeindruckende Gebiet führt vorbei an meterhohem Schilf und Bambus, und langsam öffnet sich der Blick auf diese Felsabbrüche, welche an das Miniaturformat des Grand Canyon erinnern.



Den Abend lässt die Reisegruppe dann bei Tiberio ausklingen, einem Weingut, welches nicht nur die typischen toskanischen Weine und Öle serviert, vielmehr darf hier auch das sagenhafte Bistecca alla fiorentina gekostet werden, das Florentiner Steak.



Der zweite Tag führt die jeweilige Gruppe in die Stadt des Palio: Siena. Vorbei am berühmten Café Nannini, aus dem die italienische Rockröhre Gianna Nannini stammt, geht es zum Dom mit seinen fantastischen Marmormosaiken. Peter Knobloch erklärt der Reisegruppe, dass die Bauherren damals irgendwann merkten, dass sie die Größe des Doms von Florenz nicht überbieten konnten, daher war es ihr Ziel, den Dom innen den Florentinern zu überbieten, was ihnen wahrlich gelungen ist. Endziel der Städteführung ist die Piazza del Campo, vielleicht sogar die schönste Piazza Italiens. In halbrunder Form angelegt findet hier zweimal jährlich das weltberühmte Palio di Siena, das Pferderennen statt. Jede der 17 Contraden wird durch einen Reiter vertreten und der Stadtteil, welcher das Rennen gewinnt, kann die Ehre für sich nach Hause nehmen.



Die Fahrt führt weiter nach San Gimignano, dem „Manhattan des Mittelalters“. Die Stadt ist heute Weltkulturerbe der UNESCO, bedingt vor allem durch die sogenannten Geschlechtertürme. Die reichen Einwohner erbauten im Mittelalter 72 solcher Türme, wollten sich in Größe und Ausstattung gegenseitig übertrumpfen. Torre Grosso und Torre della Rognosa weisen die stattliche Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Bedingt durch die Streitereien begab man sich schließlich im 14. Jahrhundert unter den Schutz Florenz, wodurch dann auch die Blütezeit der Stadt bald beendet war.



Der Abend klingt aus auf der Terrasse des Casa del Contamini, einem Bauernsitz, welcher selbst italienische Spezialitäten wie die Finocchiona (Fenchelsalami) oder auch Antico Crostino, den typischen Brotaustrich aus Hühnerfleisch und Hühnerleber herstellt.



Am nächsten Tag führt die Fahrt in die Städte Montepulciano und Pienza. Montepulciano besticht nicht nur mit einem herrlichen Ausblick, welcher bis zum Trasemino See reicht, sondern ist vielen Weinkennern bestens bekannt durch den Vino Nobile, dem berühmten Rotwein aus dieser Gegend. Dass hier schon in frühester Zeit Wein angebaut wurde, sieht man anhand der Weinkatakomben, in denen schon die Etrusker ihren Rebensaft lagerten.
Aber auch Pienza hat eine ganz besondere Geschichte, denn ursprünglich hieß der Ort Corsignano, wurde jedoch im 15. Jahrhundert umbenannt in Pienza. Damals wurde ein Sohn des Dorfes Papst, Pius, welcher seinen Heimatort nach antikem Vorbild umbauen ließ. Auch diese Stadt ist heute Weltkulturerbe.



Kulinarisch hat sich Pienza vor allem durch den Pecorino einen Namen gemacht. Bei Käseproben können sich die Reiseteilnehmer von den einzelnen Reifestufen dieses köstlichen Schafskäses überzeugen. Angefangen vom fresco, dem ganz jungen Käse, bis hin zum Pecorino senese, welcher seine rote Farbe durch das Abbürsten mit Tomatenpüree erhält, sind die Köstlichkeiten überall in Pienza zu probieren.
Über das einmalig schöne Val d`Orcia führt die Fahrt wieder zurück nach San Giovanni.



Der Besuch in Greve steht am nächsten Tag auf dem Programm, einem kleinen Ort mitten im Chianti-Gebiet. Während noch vor Jahren der Chiantiwein verpönt war, bedingt durch die immer minderwertigeren Touristenweine der 80er und 90er Jahre, steht der Chianti heute wieder auf der Beststellerliste der Weinkenner.
Zentrum von Grave ist die Piazza Metteotti, worum sich die einzelnen Geschäfte unter wunderschönen Arkaden sortieren. Die Reisegruppe im September konnte bereits den Aufbau der Weinmesse miterleben, bei der die einzelnen neuen Weine vorgestellt werden.
Mitten auf der Piazza erhebt sich das Denkmal von Giovanni da Verrazano, dem italienischen Seefahrer und Entdecker, ein Sohn Greve`s.
Nur wenige Kilometer weiter geht es für die Reisegruppen der VHS nach Panzano zu Dario Cecchini, dem weit über Italiens Grenzen hinaus bekannten Metzger. Er betreibt in Panzano nicht nur die Metzgerei, vielmehr wird hier jeden Tag für Hunderte Besuchern auch gekocht. Berühmt wurde Dario Cecchini, als er aufgrund der BSE-Krise sein letztes Fiorentiner Steak öffentlich versteigerte und dieses von Sting erworben wurde.



Der nächste Tag steht ganz unter dem Motto „Florenz“. Von San Giovanni geht es mit dem Zug in die Stadt der Renaissance, in die Welt der Medici und Michelangelos. Mit dem Stadtbus geht es hoch hinauf zur Piazzale Michelangelo, einem Aussichtsplatz hoch über Florenz. Von hier aus bietet sich ein einmaliger Blick auf Santa Croce, auf die Ponte Vecchio, den Dom und sogar bis zu den Nordhängen, beispielsweise Fiesole.
Natürlich darf der Besuch der Skulpturen auf der Piazza della Signoria nicht fehlen, wo sich auch eine Nachbildung der wohl berühmtesten Monumentalstatue befindet: David von Michelangelo.



Der Abend klingt aus bei Gianni auf der Piazza von San Giovanni und Peter Knobloch vermittelt mit seinen Freunden Gianluca, Paolo und Gianni, dem singenden Wirt, was italienische Lebensart wirklich bedeutet: Sie greifen zu ihren Gitarren und bieten den Gästen aus Rottenburg ein Potpourri aus italienischen Liedern, sehnsüchtig, rebellisch und voller Emotionen.



Nach einer kurzen Nacht führt die Tour die Gruppen nach Lucca, von vielen als die schönste Stadt der Toskana bezeichnet, besticht durch seine engen Gassen, seine kleinen Geschäfte und vor allem durch die kilometerlange Stadtmauer, die den Ort immer noch vollständig umfasst und auf welcher man mit dem Rad den Ort erkunden kann.
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Torre Guinigi. Mit 44 Metern einer der höchsten Türme der Stadt, wobei als Besonderheit oben noch Eichenbäume gepflanzt wurden, damit der Turm alle anderen der Stadt überragen sollte. Insgesamt hatte die Stadt im Mittelalter mehr als 250 Türme und Kirchen, so dass das Geschlecht der Guinigi sich mit diesem Turm ein Denkmal schaffen wollte.



Weiter geht es nach Collodi, bekannt geworden durch Carlo Lorenzini, dem Schöpfer der Figur Pinocchio. Er nahm den Namen seiner Heimatstadt als Pseudonym an und verschaffte ihr dadurch diesen Bekanntsheitsgrad. Hier befindet sich auch die Villa Carzoni, zu der auch ein beeindruckender botanischer Garten mit Schmetterlingshaus gehört.



Nahe bei Pescia befindet sich der Zitronengarten – Hesperidarium. Die dort ansäßige Familie hat hier mehr als 200 Sorten Zitronenpflanzen stehen, welche den beiden Reisegruppen auch gezeigt und erklärt werden. Angefangen von Zitronen im Zwergenformat bis hin zu kiloschweren Früchten finden sich hier Pflanzen aus aller Welt.



Zur letzten Fahrt geht es zurück zum Ausgangspunkt San Giovanni, wo Gianni, der Wirt, die Gruppen nochmals mit typisch toskanischem Essen bewirtet.
Die Tour, welche den Reisenden der VHS Rottenburg wohl einmalige Eindrücke der Toskana vermittelte, wurde in Zusammenarbeit mit Peter Knobloch erarbeitet. Peter Knobloch, Kabarettist, Schauspieler und Schriftsteller, lebt seit Jahren in der Toskana und bietet selbst diese Touren an unter www.toskana-fuer-fortgeschrittene.de

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